Die Delegierten der Vollversammlung des Landesjugendrings NRW haben die Landesvorsitzende des BDKJ NRW, Annika Jülich, mit großer Mehrheit zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Sie will sich im LJR besonders dafür einsetzen, Jugendverbände zu stärken, Ressourcen abzusichern und demokratische Räume für junge Menschen zu schützen.
„Jugendverbände bieten Freiheit, Gemeinschaft und gelebte Demokratie – all das, was unserer Gesellschaft mancherorts verloren geht“, sagte Jülich nach ihrer Wahl. „Damit diese Orte bestehen können, brauchen junge Menschen verlässliche Strukturen und Verbände Ressourcen. Wir dürfen uns nicht damit zufriedengeben, nur den Status quo zu verwalten.“
Marei Schmoliner von der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend NRW (aej) wurde ebenfalls zur*zum Vorsitzende*n gewählt. Stellvertreter*innen sind künftig Tobias Branahl (SJD – Die Falken NRW), Björn Krause-Franz (Ring deutscher Pfadfinder- und Pfadfinderinnenverbände NRW), Anna Cannavó (DGB Jugend NRW) und Ralf Steigels (Sportjugend NRW).
LJR reagiert auf zunehmende rechte Angriffe auf Jugendverbände
Ein Schwerpunkt der Vollversammlung war der Schutz der Jugendverbände vor rechten Angriffen. Die Delegierten beschlossen die Einrichtung einer AG „Angriffe von Rechts“, die ein strukturiertes Krisenmanagement aufbauen wird. Dazu gehören Monitoring, Handlungsleitfäden, Unterstützungsstrukturen und Beratung für betroffene Verbände.
„Rechte Angriffe sind Angriffe auf junge Menschen und damit auf unsere Demokratie. Neutralität gegenüber Menschenfeindlichkeit gibt es für uns nicht.“ betonte Lena Topp, ebenfalls Landesvorsitzende des BDKJ NRW und Delegierte der Vollversammlung. „Wir schützen Verbände und Ehrenamtliche, damit sie ihre Arbeit mutig und sicher fortsetzen können.“
Mehr Teilhabe: Jugendverbandssammelliste
Die Versammlung forderte außerdem - auf Antrag des BDKJ NRW, der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend (aej) und der deutschen Jugend in Europa (djo) - die Schaffung einer europaweit gültigen Jugendverbandssammelliste, die jungen Geflüchteten ohne deutschen Pass oder mit eingeschränktem Aufenthaltsstatus die Teilnahme an Freizeiten, Bildungsreisen und Vernetzungstreffen erleichtern soll. Ziel ist, bürokratische Hürden abzubauen und Ausgrenzung zu verhindern.
„Wer jungen Geflüchteten eine Freizeit verweigert, verweigert ihnen Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Chancen. Das ist nicht hinnehmbar.“ erklärte Jülich. „Eine Jugendverbandssammelliste wäre ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung und für Gleichberechtigung.“
Starke Stimme für Vielfalt und Demokratie
Annika Jülich bringt langjährige Erfahrung aus Jugendpolitik und Verbandsarbeit mit: Die Sozialwissenschaftlerin und Landesvorsitzende des BDKJ NRW war lange Zeit im Landesjugendring Hauptausschuss sowi Diözesanvorsitzende des BDKJ Köln und sagt:
„Die vielfältige Jugendverbandslandschaft in NRW ist ein demokratischer Schatz – und sie braucht eine starke politische Stimme. Diese Rolle will ich mit Leidenschaft ausfüllen.”
Über den BDKJ NRW:
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Nordrhein-Westfalen e.V. (BDKJ NRW e.V.) ist der Zusammenschluss der fünf nordrhein-westfälischen BDKJ Diözesanverbände Aachen, Essen, Köln, Münster, und Paderborn und den in ihnen zusammengeschlossenen katholischen Jugendverbände. Im BDKJ NRW wirken landesweit 284 000 Kinder und Jugendliche mit. Er vertritt die Interessen von Jugendlichen und Kindern in Kirche, Staat und Gesellschaft.