„Wir freuen uns, dass so viele Abgeordnete jedes Jahr eine kleine Pause vom Plenaralltag einlegen und uns vor dem Landtag besuchen. Der BDKJ NRW hatte am Mittwoch (17.09.) auf die Wiese vor den Landtag zum „Miteinander am Lagerfeuer“ mit jungen Menschen aus den Jugendverbänden und Landtagsabgeordneten geladen.
Ein wichtiges Gesprächsthema waren vermehrte verbale und tätliche Angriffe auf Jugendverbandsarbeit. Erst am Wochenende waren bei einem Gemeindefest in Essen zwei junge Ehrenamtliche der Katholischen jungen Gemeinde gewaltvoll angegriffen worden. Sie hatten zuvor eine Regenbogenfahne gehisst als Zeichen gegen Diskriminierungen und Hetze. „Inzwischen erleben wir leider immer öfter Infragestellungen unserer Arbeit aus dem rechtsextremen Spektrum, vor allem von der AfD, auch im Landtag durch Anfragen und Anträge. Umso wichtiger ist für uns die Unterstützung und Solidarität der demokratischen Fraktionen“, merkt Jülich in Richtung der Abgeordneten von CDU, SPD, FDP und den Grünen an, die zu „Miteinander am Lagerfeuer“ gekommen waren. „Eine Gesellschaft, in der wir alle gut leben können, braucht auch aktive Jugendverbände, davon bin ich überzeugt.“
Sonderurlaub: Ein wichtiges Tool für Engagement – solange es funktioniert
Doch da ist nicht nur die Einschüchterung, die ehrenamtlich Engagierte erleben, da sind auch finanzielle Sorgen, weiß Jülich. Die Jugendverbände in NRW organisieren Jahr für Jahr große Ferienfreizeiten und Zeltlager, in denen Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen eine tolle Zeit verbringen können und das abseits von Schule und Elternhaus. Doch dafür müssen Ehrenamtler*innen viel Zeit aufwenden, oft noch neben Job oder Ausbildung. Deshalb können sie für solche Fahrten Sonderurlaub beantragen und finanziellen Ausgleich für den Verdienstausfall vom Land NRW erhalten. „Die beantragten Summen überschreiten seit ein paar Jahren die im Landeshaushalt veranschlagten Mittel, mahnt Topp. Es fehlen ca. 2 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Sportjugend, der evangelischen Jugend und dem Ring deutscher Pfadfinder*innen fordert der BDKJ NRW angesichts der aktuellen Haushaltsgespräche im Landtag eine Anpassung des entsprechenden Fördertopf.
Die Landtagsabgeordneten kamen über diese Forderungen mit den zahlreichen Jugendverbandler*innen rund um die Jurte vor dem Landtag ins Gespräch. Natürlich waren aber auch die Kommunalwahlen und die im Koalitionsvertrag versprochene Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Landtagswahlen wichtige Themen an diesem Abend auf der Wiese vor dem Landtag.