Katholische Jugend: Wählen gehen für Europa

Landesversammlung des BDKJ für ein offenes und demokratisches Europa / Max Pilger neuer Landesvorsitzender

 

 

Düsseldorf, 30.03.2019. Auf seiner Landesversammlung in Düsseldorf hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gestern zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai aufgerufen. In seinem europapolitischen Beschluss fordert der BDKJ NRW unter anderem die Absenkung des Wahlalters in Europa und ein Ende der Abschottung gegenüber Menschen, die in der Europäischen Union Schutz und Hilfe suchen. Max Pilger (28) aus Köln wurde zum neuen Landesvorsitzenden gewählt und folgt Sarah Primus, die das Amt sechs Jahre gestaltet hat.

„Wir sagen „ja!“ zu Europa!“ ­– mit diesem Bekenntnis haben die 17 Delegierten aus den Mitglieds- und Diözesanverbänden des BDKJ in Nordrhein-Westfalen den Beschluss überschrieben. Die Kinder und Jugendlichen würden kein anderes Europa kennen als das der offenen Grenzen, gemeinsamen Währung und europäischen Identität. Die Europäische Union (EU) sei ein wichtiger Stabilisator für den Frieden in Europa und habe die Nationen zusammenrücken lassen. Den europäischen Geist von Freiheit, Frieden, Solidarität und Zusammenarbeit schätzen die Vertreterinnen und Vertreter der Katholischen Jugend und fordern alle Wahlberechtigten zur Teilnahme an der Europawahl auf. Sie appellieren an die demokratischen Parteien im europäischen Parlament, sich für ein solidarisches und demokratisches Europa einzusetzen, damit auch kommende Generationen von der EU profitieren können.

Die Delegierten sehen aber auch berechtigte Kritik an der aktuellen EU-Politik: So seien viele Prozesse in der EU nicht ausreichend transparent, die Politik müsse verständlicher werden und mehr Teilhabe ermöglichen. Mehr wirkliche Teilhabe für junge Menschen könne es nur geben mit der Absenkung und Vereinheitlichung des Wahlalters. Die Abschottung der EU gegenüber Menschen, die hier Schutz und Hilfe suchen, soll beendet und stattdessen deren Fluchtursachen bekämpft werden, etwa durch eine nachhaltige Entwicklungspolitik, die Umsetzung der Klimaziele oder die Einschränkung des Waffenhandels.  Der BDKJ NRW fordert die weitere Integration der EU zu einer Wirtschafts- und Sozialunion, die auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Mitgliedsländern bekämpft. Um mehr Begegnungen über die Nationengrenzen hinweg zu ermöglichen, soll die EU die entsprechenden Programme ausbauen und die Mobilität junger Menschen fördern.

Mit großer Mehrheit wählten die Delegierten Max Pilger (28) zum neuen Landesvorsitzenden. Der Theologe und Freiwilligenmanager kommt aus dem Diözesanverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Erzbistum Köln. „Wir Jugendverbände wissen aus eigener Erfahrung: Demokratie lernt man am besten, indem man sie tut. Mir ist es ein großes Anliegen, Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen zu lassen, wann immer es möglich ist“, umriss er seine politischen Ziele.  Er wird die Nachfolge von Sarah Primus antreten, die den Landesverband sechs Jahre lang geleitet hat.