Ferienlager sind auch Bildungsorte

Auch nach den Ferien brauchen Kinder und Jugendliche Freiräume für außerschulische Bildung

 

Lernen abseits der Schule: Mit viel Spaß erweitern Kinder und Jugendliche in Ferienfreizeiten ihre sozialen Kompetenzen. (Foto: KjG-Diözesanverband Münster/Marcel Schlüter)

 

Rund 40.000 Kinder und Jugendliche aus dem Bistum Münster sind in diesem Jahr wieder mit katholischen Jugendverbänden, Ferienwerken, Pfarrgemeinden oder anderen kirchlichen Trägern in Ferienfreizeiten gefahren. Dort haben sie ihre Freizeit genossen, Freunde gefunden und gleichzeitig viel gelernt und erlebt. Dafür stellen Tausende ehrenamtliche Leiter*innen jedes Jahr abwechslungsreiche Angebote auf die Beine.

„Die Kinder und Jugendlichen erfahren in Ferienfreizeiten Gemeinschaft, organisieren ihre Freizeit selbstbestimmt und können sich jenseits von Schule und Bewertungsdruck frei entfalten“, beschreibt Michael Seppendorf, Leiter der Abteilung für Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene des Bistums Münster den positiven Effekt der betreuten Ferienzeit. Auch sozialwissenschaftliche Studien bestätigen die große Bedeutung informeller und nonformaler Bildung, die neben spielerischen Angeboten in Ferienfreizeiten stattfindet. 

Doch auch außerhalb der Ferien sollten Kinder und Jugendliche mehr Zeit haben, außerschulische Bildungsangebote wahrzunehmen, findet die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster, Anna-Lena Vering: „Die Jugendverbände in NRW fordern seit vielen Jahren mehr Freiräume für Kinder und Jugendliche. Mit dem Beschluss zur generellen Wiedereinführung von G9 an den weiterführenden Schulen hat die aktuelle Landesregierung einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan.“

Um ganzheitliche Bildung zu fördern, sei die Verlängerung der Schulzeit und Reduzierung der Wochenarbeitszeit um maximal 2,6 Stunden jedoch nicht ausreichend, unterstrich zuletzt auch der BDKJ NRW in einem offenen Brief an die Landesregierung. Ein Jahr mehr Schule bringe auch die Verantwortung mit sich, dieses Jahr zugunsten der Schüler/-innen zu gestalten und sie dabei auf Augenhöhe mitwirken zu lassen. „Politische Bildung als Grundlage von Partizipation muss gestärkt werden“, fordert Vering. „Unsere Ferienfreizeiten beweisen jedes Jahr, wie gut es funktioniert, wenn Kinder und Jugendliche Lernräume bekommen, in denen sie mitbestimmen und Verantwortung tragen dürfen.“