Eine Bedrohung für das FSJ?
BDKJ NRW kritisiert Förderungskonzept des Bundesfamilienministeriums
Düsseldorf (02.08.2011): „Die Finanzierung der FSJ-Plätze an den Bundesfreiwilligendienst zu koppeln – das ist ein Skandal“, kritisiert Alexandra Horster, Landesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Nordrhein-Westfalen das Förderkonzept für Freiwilligendienste. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) plant, Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) nur noch zu fördern, wenn ausreichend Plätze für den Bundesfreiwilligendienst besetzt sind.
„Mit diesem Beschluss fehlt den Trägern jegliche Planungssicherheit für das kommende Jahr“, sagt Horster. Bisher seien die Träger davon ausgegangen, dass die im Haushalt finanzierten oder wenigstens die gesetzlich vorgesehenen FSJ-Plätze gefördert werden. Durch den Beschluss des BMFSFJ herrscht nun, kurz vor Beginn des Freiwilligenjahrgangs, große Unsicherheit. „Es scheint, als werde die geringe Nachfrage am Bundesfreiwilligendienst auf dem Rücken des FSJ ausgetragen“, sagt Horster. Leidtragende dieser Situation seien nicht zuletzt die jungen Menschen, die sich im Rahmen dieser Dienste engagieren wollen.
Grundsätzlich befürworte der BDKJ die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Doch der Aufbau eines neuen Formates benötige Zeit und müsse einen echten qualitativen Mehrwert für die jungen Menschen bringen, erklärt die BDKJ-Landesvorsitzende. „Die Rahmenbedingungen beim FSJ sind derzeit besser ausgeprägt als beim BFD. Insofern kann man Niemanden aufgrund der Förderungssituation dazu zwingen, anstelle eines FSJ-Platzes einen BFD-Platz zu wählen“, so Horster. Die Träger sieht sie durch die Pläne des Ministeriums zu einem Umsteuern in den Bundesfreiwilligendienst gedrängt. „Doch wenn es weiterhin ein Nebeneinander verschiedener Freiwilligendienstformate geben soll, dann darf das FSJ nicht derart an den BFD gekoppelt werden“, betont Horster.
Um den Bundesfreiwilligendienst auszubauen, bedürfe es Zeit und Planungssicherheit. Für das kommende Jahr sei es daher wichtig, die vom Bundeskabinett vorgeschlagenen Haushaltsmittel für das Freiwillige Soziale Jahr zu bewilligen. „Das sichert unsere FSJ-Plätze in Nordrhein-Westfalen und gibt den interessierten Trägern gleichzeitig die Chance, ihr Angebot auf den BFD auszubauen“, sagt Horster. Gleichzeitig begrüßt die BDKJ-Landesvorsitzende die im Grundsatz verbesserte Förderung des FSJ, die 200 Euro für die pädagogische Begleitung von jungen Menschen vorsieht. Wichtig sei es nun, zum Dialog und zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit zurück zu finden.
Redaktion: Daniela Voßenkaul, V.i.s.d.P.: Alexandra Horster
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